Samstag, 25. Oktober 2014

Personal: Wenn man nur mehr leer ist...

Hallo meine Lieben,
Heute wird es ein bisschen ernster hier auf dem Blog. Das Leben hat seine schönen Seiten und für gewöhnlich zeige ich euch auch nur die hier auf dem Blog. Ich stelle euch schon seit langem keine Produkte mehr vor, von denen ich nicht überzeugt bin. Ich zeige euch keine Outfits, die ich selber nicht an mir mag. Und ich meckere euch (großteils) nicht vor, wie blöd es doch ist, täglich auf der Universität zu hocken.
Denn eigentlich ist das ein Privileg. Es ist ein Privileg, dass ich Geld habe, mir immer wieder neue Beautyprodukte zu kaufen und diese zu testen. Es ist ein Privileg, dass ich Zeit habe, Outfits zu schießen, die mir dann doch nicht gefallen. Und es ist ein großes, großes Privileg, dass mir meine Eltern es ermöglich, zu studieren. Und dies, ohne dass ich einen Nebenjob haben muss.
Dessen bin ich mir aber leider zu oft bewusst. Lieber denke ich an die Dinge, die mir nicht gefallen. An die gehässigen Kommentare mancher Personen. An die Tatsache, dass mein Bauch kein Sixpack ist und vielleicht auch nie eins seins wird. Ich male lieber den schwarzen Peter an die Wand, als dass ich an die guten Dinge denke. Ich stelle mir lieber vor, dass ich mit 45 allein und fett (bitte verzeiht den Ausdruck) auf einer Couch sitze, unverheiratet und ohne Kinder und meine Katzen nicht per Namen nenne sondern nach Zahlen. Dass ich sie als Verteidigungsmittel wie die Frau aus "Simpsons" benutze ich klar!

Diese Schwarzmalerei und Schwarzseherei führte bei mir dazu, dass bei mir eine Depression festgestellt wurde. Näher gesagt eine Entlastungsdepression. Nachdem ich ein sehr, sehr anstrengendes Semester hatte und feststand, dass ich eine Prüfung positiv absolviert hatte, war irgendwie alles leer. Ich konnte mich nicht einmal freuen, dass ich die Prüfung geschafft hatte. Ich war einfach nur leer und lag, nachdem ich von der Arbeit kam, lange auf dem Bett, sah in meinen Kasten und machte nichts. Dazu kam, dass ich, da ich mich zu der Zeit nach Paleo ernährte, auf Weizen verzichtete was meiner Ärztin zu folge die Symptome nur verstärkerte. Dass ich schon lange ein Typ bin, der nicht über Dinge reden kann weiß meine Familie und das wissen meine Freunde. So "fraß" ich alles in mich rein und öffnete mich erst und nur der Mutter meiner besten Freundin. 
Meine Ärztin reagierte schnell und ich zwang mich irgendwann richtig dazu, positiv zu sehen! Denn alles kann ja nicht blöd sein! 
Heute muss ich mich selber daran erinnern, dass nicht alles blöd ist. Ich kann auch stolz sagen, dass ich seit Anfang August keine selbstzerstörerischen Gedanken mehr hatte.

Dass jedoch eine Depression, nicht rechtzeitig erkannt, zu schlimmeren Szenarien führen kann, ist uns hoffentlich allen bekannt. Wie schnell tuen wir die schlechte Laune der anderen als "Miesepeterei" ab. Dass diese Menschen darunter leiden aber selber keinen Ausweg finden, dessen sind wir uns nicht bewusst. Wir zeigen in der Stadt gerne verächtlich auf Mädels oder Jungs, die Narben von Selbstverletzung haben und fragen uns, wieso die so verrückt sind. Aber wir fragen uns nicht, wieso sie das tun. Dass sie drinnen oft leer sind ist uns egal. Oder auch nicht. Ist ja nicht unser Leben. 
Wenn wir uns die Selbstmordrate anschauen, liegt Österreich diesem Artikel zufolge an nicht allzu hinterer Stelle. Ja Österreich, das Land, dessen Hauptstadt zu den lebenswertestens zählt. Das Land, dass stabil ist. Das Land, in dem ich lebe, in dem mir meine Eltern alles geboten haben, aber wo ich mich trotzdem "leer" gefühlt habe. 

Als ich durch Silk & Salt die Möglichkeit bekam, über dieses Thema zu schreiben, dachte ich nicht lange nach. Es kann nicht sein, dass immer mehr Menschen nur einen Ausweg sehen: den Freitod. Ich glaube, dass auch wir Blogger egal welcher Sparte ein Zeichen setzen sollten. Und wenn es nur darin besteht, dass ich einen Post tippe und dieses Video poste! 

Kommentare:

  1. Ein heftiges Thema. Es ist traurig, dass sich so viele Menschen für den Tod entscheiden.

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  2. Ziemlich persönliche Worte, aber ich finde es gut, dass du sie niedergeschrieben hast und dann auch noch den Mut dazu es zu veröffentlichen!

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  3. Hey - es fällt mir gerade ziemlich schwer die richtigen Worte zu finden, ich weiß gar nicht so recht was ich sagen soll, das Thema Depression wird in der Gesellschaft leider immer noch totgeschwiegen und nur die wenigsten habe eine Ahnung, was Depressionen wirklich sind. Ich selbst kenne mehrere Leute, die damit zu kämpfen haben und bin deshalb mit dem Thema vertraut.

    Was ich noch sagen wollte ist: Ich finde es klasse, dass du mit diesem Beitrag auf das Thema aufmerksam machst und bin zudem schwer beeindruckt, dass du dich hier so verletzlich zeigst und möchte deshalb meine Bewunderung aussprechen. Das zeugt von wahrer Stärke. Aus tiefstem Herzen hoffe ich, dass du der Depression so schnell wie möglich entkommst und wünsche dir nur das beste für deinen weiteren Lebensweg!

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  4. Wow, das hast du wirklich sehr, sehr schön geschrieben!

    Ich habe selbst Depressionen, bin deswegen auch in Therapie, und finde es oft sehr schockierend, wie leichtsinnig damit umgegangen wird. Oft finden gerade Jugendliche Depressionen sogar cool und dichten sich selbst welche an. Dass es sich herbei um eine wirkliche Krankheit handelt, die schlimme Folgen haben kann, das vernachlässigen leider viele. Sehr schön, dass du etwas mehr darauf Aufmerksam machst! Und ja, du hast Recht, wir sind viel zu undankbar manchmal!

    Achja, dein Design ist ja toll, so schlicht und clean!

    Liebste Grüße,
    Julia
    www.juliary.de

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  5. liebe svetlana, ich wünsche dir, dass du bald einen regenbogen sehen kannst. ich glaube dass wir leider in einer gesellschaft leben, die viel von jungen menschen abverlangt, dazu werden dieese skills noch mit materiellen dingen erweitert ... alles gute!

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  6. Liebe Svetlana!

    Dieser Post hat mich unglaublich berührt und ich muss ehrlich zugeben, dass du einer der letzten Menschen bist, bei dem ich eine Depression vermutet hätte. Wobei ich eigentlich gar keine Vermutungen anstellen darf, ich "kenne" dich ja leider nur über das Internet und ganz speziell eher nur über deinen Blog. In der virtuellen Welt kann man schnell die heile, glückliche Welt vorgaukeln und das, was einem im Inneren zerfrisst vollkommen verleugnen und verstecken!

    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so recht, was ich sagen soll. Ich möchte die richtigen Worte finden, aber denke, dass ich wahrscheinlich doch nur die falschen Worte finde -bezogen auf einen Kommentar hier bei dir unter diesem Post. Allerdings gibt es auch Dinge, die mir viel zu privat sind, die ich nicht hier in die Kommentare schreiben möchte, bei denen ich mir aber denke, dass sie dir Mut machen und eventuell auch helfen könnten. Darüber können wir aber gerne privat sprechen, wenn du das möchtest. Drängen möchte ich dich zu nichts, aber wenn du möchtest, schreib mir einfach. Ich glaube, du müsstest meine Mailadresse haben.

    Ich wünsche dir, dass die Sonne bald wieder für dich strahlt, aber es ist schon ein sehr guter Anfang, dass du seit August keine solche Gedanken mehr hast.

    Als ich ganz unten war, habe ich von all meinen ehemaligen Klassenkameraden Karten, Bücher, Aufmunterungsgeschenke bekommen. Ein Satz, der auf einer Karte stand, ist mir dabei immer noch in Erinnerung geblieben: Mach die Augen auf und sieh, wie schön das Leben ist!

    Also meine Liebe, meld dich bei mir, wenn du möchtest. Wir "kennen" uns zwar nur über das Internet, aber in diesem Thema habe ich gern ein offenes Ohr für dich. Nicht weil ich Psychologie studiere und meine, ich könnte andere Menschen nun analysieren, nein, ganz im Gegenteil, dieser Austausch basiert rein auf persönliche Erfahrungen!

    Aber ich möchte dieses Kommentar nicht beenden, ohne dir zu sagen, dass ich dich für deinen Mut, offen darüber zu schreiben, bewundere und du jeglichen Respekt meinerseits dafür hast <3

    Ich wünsche dir ein erholsames Wochenende :)

    Fühl dich gedrückt und geknuddelt :-*
    Ganz viele Bussis :-* :-* :-*
    Lisa

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  7. Depressionen und andere psychische Krankheiten sollten weder verharmlost, noch verpöhnt werden. Ich werde jedes mal aufs neue sauer, wenn ich höre, wie sich Leute darüber lustig machen, oder das Thema einfach nicht ernst nehmen.
    Solche Leute tragen einen großen Teil dazu bei, dass betroffene sich nicht öffnen. Ich finde es aber auch schade, dass BPS, Depressionen und Co. mittlerweile zu richtigen Modediagnosen werden, wenn die Ärzte nicht mehr weiterwissen.
    Du hast auf jeden Fall recht mit dem, was du schreibst.
    Du kannst dich ja mal über Vitamin D informieren, das kann bei Depressionen o.Ä. sehr wirksam sein, wird aber leider nur selten gesagt.

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  8. Ich finde es toll, dass du auch über so ernste Themen schreibst. Der Post hat mich richtig zum nachdenken gebracht.

    Liebste Grüße,
    Jana

    www.bezauberndenana.de

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  9. Liebe Svetlana, bloß gut, dass Du Dich letztlich der Freundin Deiner Mutter anvertraut hast und die Hilfe angenommen hast. Eine Depression ist immer ernstzunehmen, und ich versuche das auch meinen Klienten in meiner Praxis für Psychotherapie darzulegen, dass dies kein Zeichen von Schwäche ist und dass es mit dem Zusammenreißen nicht getan ist. Die Selbstmordrate wäre vermutlich wenigstens ein bisschen niedriger, wenn sich Menschen in einer solchen Situation professionelle Hilfe suchen würden. Daher danke ich Dir aufrichtig für diesen ehrlichen und mutigen Post und hoffe, dass er zumindest ein paar Menschen dazu inspiriert und ihnen die Kraft gibt, sich Hilfe zu suchen, wenn sie in einer solchen Situation sind.

    Alles Liebe Dir!

    Deine Rena

    www.dressedwithsoul.com

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  10. Toll, dass du auf deinem Blog nicht nur die schönen und positiven Dinge des Lebens zeigst, denn viel zu oft werden die negativen Seiten einfach ausgeblendet. Dabei gehören sie zum Alltag ebenso dazu, und keiner kann sich davon freisprechen. Ich wünsche dir alles alles Gute und viel Power, um dein Leben auch in Zukunft unbeschwert meistern zu können.

    Alles Liebe
    xx
    Sissa

    heartsforheels.blogspot.de

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  11. Wirklich toller Artikel, vor allem, weil ich glaube, dass Depression eine Krankheit ist, die von vielen da draußen gar nicht als solche wahrgenommen werden. Finde ich richtig gut, dass du darüber schreibst, wirklich.
    Vor allem auch in unserer Zeit, wo wir alle total unter Druck stehen, jeder muss immer schneller besser und weiter kommen.

    Liebe Grüße und schönen Sonntag wünsche ich dir noch,
    Casey

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  12. Du hast für dieses sehr ernste (aber auch sehr wichtige) Thema tolle Worte gefunden. Ich finde es sehr mutig von dir so offen damit umzugehen und dich hier auf deinem Blog damit zu befassen. Ich denke, dass kann einigen Mut geben, dass es vielleicht nicht so ein Schandfleck ist eine depressiv zu sein, wie die Gesellschaft sie gerne glauben lässt.
    Ich wünsche dir alles Gute!

    Viele Grüße,
    Fiona

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  13. Sehr schön geschrieben!
    Es ist sehr mutig, dass im Internet zu teilen!
    Was das Lernen angeht, wird wirklich viel abverlangt und das ist echt sehr schade:/
    Liebste Grüße<3

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  14. Wow. Ich weiß grade garnicht was ich zu dem Text sagen soll, weil mir irgendwie die Worte fehlen! Es tut mir echt Leid, wie es dir ergangen ist und es ist schön zu hören, dass du es doch geschafft hast, dich deiner Familie und einer Ärztin anzuvertrauen! Ich wünsch dir auch für die Zukunft alles Gute! Und hoffe, dass hier noch einige andere Leser etwas aufmerksamer und "wachgerüttelt" werden durch deine Worte!

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  15. Ein sehr, sehr ernstes Thema - das durch deine Erfahrungen noch "echter" wird. Von außen betrachtet hätte ich so etwas nie vermutet und ich hoffe für dich dass du immer postitiv sein kannst - das Leben kann so schön sein, man muss es nur sehen. Meine Daumen sind für dich gedrückt!

    Liebste Grüße aus Berlin
    Romi
    romistyle.de

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  16. Gut geschrieben auch wenn ich den Titel nicht so gut finde!
    Man ist nicht plötzlich leer. Man steht nicht auf und stellt fest man hat depresionen. Es ist ein schleichender prozess bis man leer ist und dann hängt man auch schon mittendrin. Es fehlt die kraft für die einfachsten dinge und man meint, man steht neben sich und beobachtet sich selbst. Leider können nicht betroffende nicht begreifen was da vor geht. Wie auch? Denn die betroffenden verstehen es ja auch nicht. Ich wünsche dir viel kraft und verständnisvolle Mitmenschen. LG

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  17. Wow großen Respekt Liebes! Über dieses Thema zu bloggen, das dich auch selbst teilweise so betroffen hat, ist wirklich mutig von dir und ich finde es ganz großartig. Und du hast so recht mit deinen Worten. Ich selbst bin auch ein Mensch, der von Natur aus eigentlich immer alles negativ gesehen hat und sich nicht auf die schönen Dinge im Leben oder die positiven Seiten einer vielleicht auf den ersten Blick nicht so tollen Sache konzentriert hat.
    Mittlerweile bin ich da aber (zumindest an den allermeisten Tagen) raus und bin ein fröhlicher, positiv denkender Mensch <3 Was mir super dabei geholfen hat war das Buch "The Secret". Es hat mein Leben wirklich verändert :)
    Wenn du also merkst, dass du in die falsche Richtung abdriftest, kann ich dir absolut dazu raten dieses Buch zu lesen :)
    Ich bin stolz auf dich, dass du alles so gemeistert hast! :)
    Alles Liebe,V
    Vanessa

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