Sonntag, 27. November 2016

Non sed scholae, sed vitae discimus!

Vor zwei Wochen hatte ich meine Sponsion und damit habe ich mein Diplomstudium offiziell abgeschlossen. Nachdem ich gewusst hatte, ich war fertig, habe ich auf den Bescheid gewartet. Als ich diesen hatte, da wartete ich auf die Sponsion. Und jetzt bin ich ganz fertig und es fühlt sich komisch an. Ich habe immer gedacht, wenn ich mal fertig bin mit dem Studium, dann werde ich das merken. Also so vom Fühlen her. Aber es war dem halt nicht so. Ich fühle mich noch immer wie das 18jährige Mädchen, dass nach Wien kam und vor der Uni Wien stand und seine Mutter anrief, wo denn nun die Uni Wien ist. 

Natürlich, man hat ein bisschen mehr Wissen (hoffentlich!). Aber man weiß noch immer nicht alles. Man bildet sich weiter fort. Ob man nun das Gerichtsjahr macht und eine typisch-juristische Karriere als Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt oder Notar anstrebt, einen Job als juristischer Mitarbeiter in einem Unternehmen anstrebt oder weiter der Universität erhalten bleibt so wie ich, man wird sich auch weiterhin fortbilden müssen. Man muss weiter Wissen sammeln, sowohl in dem Gebiet, welches einem am meisten gefällt, als auch in anderen Gebieten. Ich muss mich noch immer, für meinen Geschmack zu viel, mit Völkerrecht, Europarecht und Zivilrecht befassen und mich da fortbilden. 
Aber nicht nur in dem Bereich. Ich versuche noch immer sehr viel mitzunehmen. Lese noch immer mit Begeisterung Sachbücher (zur Zeit eines über den Prozess von Eichmann in Jerusalem von Hannah Arendt), schaue gerne Dokumentation oder gehe auch auf nicht-juristische Vorträge.

Diesen Grundstein, dass für mich Bildung so wichtig ist, haben meine Eltern gelegt. Mein Vater war Lateinprofessor und ich wusste schon als kleines Kind, was das alte Rom war (Dank Asterix und Obelix), was der 2. Weltkrieg war und dergleichen. Da ich mehr oder weniger als Einzelkind aufwuchs, hatte ich viel Zeit mit dem Fernseher. Und damals erfüllte der ORF noch seinen Bildungsauftrag (wer übrigens was gegen GIS-Gebühren hat, hier entlang). Ich lernte, da meine Muttersprache ja Slowenisch ist, durch den Fernseher nicht nur Deutsch, sondern auch, dass die Umwelt wichtig ist (dank "Albert die kleine Robbe"), dass der 2. Weltkrieg nicht von heute auf morgen anfing, sondern es langsam begann (dank "Die singende Familie Trapp"), dass es ungerecht ist, wenn der Staat den kleinen Bürger ausbeutet (dank "Robin Hood") oder dass es manchmal auch nötig ist, albern zu sein, denn nur Humor bringt einen durch das Leben ("Confetti Tivi). 

Da meine Muttersprache Slowenisch ist und ich ja Deutsch durch den Fernseher gelernt habe, tue ich mir beim Sprachen lernen sowieso eher leicht und finde es auch sehr, sehr wichtig, dass man mehrere Sprachen spricht. Ich kann sagen, dass es mir sehr leicht fällt, neue Sprachen zu lernen, auch wenn ich mit Ausdrücken wie Konjunktiv, Objekt, Subjekt oder allgemein Grammatik recht wenig anfangen kann (entweder ich verstehe es oder nicht!). Eine nette Art, wie man eine neue Sprache lernen oder die Kenntnisse einer bereits erlernten auffrischen kann, ist WordDive. Hierbei handelt es sich um ein Online Portal zum Sprachen lernen. In der heutigen Welt, wo wir eh gefühlt unseren halben Tag online verbringe, ist dies eine nette Möglichkeit, oder?
Was auch interessant ist, im Gegensatz zu anderen aus meiner damaligen Klasse hatte ich (obwohl circa 70% zweisprachig, also slowenische-deutsch aufgewachsen sind) nie Probleme mit dem Englisch. Es ging mir leicht von der Zunge und so plapperte ich auch bei meiner Matura einfach drauflos. Andere hatten es aber nicht so leicht. Na gut, ich hatte meine Probleme mit dem Italienischen... Wer HIlfe braucht, dem wird bei dem Abikurs (wir nennen es ja Maturakurs!) von WordDive gerne geholen :) 

Für mich bedeutet Bildung aber bei Gott nicht nur, dass man eine gute universitäre Bildung hat. Nein! Ich schätze jeden Koch, jeden Baumeister, jede Frisörin oder jeden Grafiker. Denn dies alles sind Berufe, in welchen ich eine totale Niete bin. Ich könnte nie eine Baumeisterin sein, da mich so etwas wie Betonkunde und dergleichen nicht interessiert. Auch diese Menschen sind auf hohem Niveau gebildet. Nur weil eine Frisörin nicht weiß, was Abschreibungen sind oder was eine Nacherbschaft ist, ist sie nicht ungebildet. Und nur weil meine Kenntnisse bezüglich Holzkunde so hoch sind, dass ich weiß, dass Holz von Bäumen kommt, bin ich nicht weniger gebildet. Ich finde es gut, dass Menschen auf verschiedenen Gebieten gebildet sind. Denn wenn wir alle Juristen wären, dann wären wir ja alle pleite, weil sich keiner streiten würde ;) 

Und damit wir in unserem Kopf ganz viel Platz für Wissen haben und den Platz nicht mit Terminen verschwenden, könnt ihr jetzt auf meinem Instagram-Account einen wunderschönen Paperblanks-Kalender gewinnen ;)

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