Montag, 24. September 2018

Lookbook Herbst 2018

Der Herbst ist meine absolute Lieblingsjahreszeit. Ich liebe es, wenn die Natur bunter wird, nicht nur mehr grün, sondern senfgelb, braun, rot. Es wird kühler, man kann sich modisch durch den Lagenlook viel mehr austoben und die Saison des Sturms (ein österreichisches alkoholisches Getränk) hat begonnen. Kürbisse und Pumpkin Spice Latte bei Starbucks stehen auf der Tageskarte und Sport macht wieder Spaß, denn man muss nicht die Möglichkeit eines Hitzetodes in Betracht ziehen. 

Ich muss gestehen, seit Jahren bevorzuge ich im Herbst die gleichen Farben, die auch jedes Jahr wieder in Mode sind. Wieso? Weil sie einfach total Herbst sind. Senfgelb und Bordeauxrot sind einfach Herbst total, oder? Und was Stoffe betrifft ist Cord dieses Jahr nicht nur wieder total angesagt sondern auch perfekt für den Herbst, hält er doch ein bisserl länger warm. 

Ich liebe ja Kleider, im Sommer, Herbst und Winter (nur im Frühling nicht so, aber das hat mehr mit meiner persönlichen Abneigung gegenüber den Frühling zu tun ;) ). Im Herbst liebe ich sie kombiniert zu Cowboy Stiefeletten oder Stiefeln, und auch das Lieblings-Sommerkleid kann man mit Pulli gut herbsttauglich machen. Ich muss gestehen, ich habe bereits einige der Kleidungsstücke selber gekauft, die ich euch präsentiere (und wenn wir uns ehrlich sind, ich würde ALLE am liebsten kaufen, sind sie denn nicht total adorabel?!). Im Herbst können wir uns entweder für langärmlige Kleider entscheiden oder kurzärmlige und darunter Rollkragenshirt oder ähnliches tragen, oder einfach einen Cardigan drüber. Oder einen Sweater drüber? Ach, die Möglichkeiten sind schier endlos. Getragen werden soll, was gefällt und worin man sich gut fühlt. Und bei diesen Kleidern ist das garantiert, i swear ;)

Was im Herbst nicht fehlen darf oder sollte sind Sweater und Cardigans. Ob aus Strick oder nicht, egal, hauptsache sie halten warm. Ich finde sie auch zu Kleidern kombiniert toll, Sweater über das Sommerkleid und perfekt ist der Herbstlook. Und mit keinem anderen Kleidungsstück kann man den Lagenlook so toll zelebrieren wie mit einer Strickjacke. Denn bereits unsere Großmütter wussten, im Herbst sollte man mehr Lagen anziehen, denn nichts trügt mehr, als das neblige kalte Wetter in der Früh. Was die Farben betrifft kann man zu den typischen Herbstfarben greifen, wie etwa mit einem senfgelben Pullover. Man kann aber auch die Farben gedeckter halten mit Beige, Grau oder Camel, denn wenn das Kleid schon bunter ist, kann man mit einem Überwurf in einer gedeckten Farbe nichts falsch machen. Man sollte aber auf das Material achten, ich persönlich bin gar kein Fan von zu synthetischen Pullovern, denn diese fühlen sich vielleicht gut an, aber ab dem zweiten Waschen ists nur mehr eine Sauerei.

Auch bei Röcken kommen wir um Cord nicht herum; ein weiterer Bonuspunkt, den der Stoff mit sich bringt, ist die Tatsache, dass er dehnbar ist ;) Den bordeauxroten Rock von Pimkie habe ich mir übrigens selber schon gekaut und kann es kaum erwarten, den zu tragen. Kombiniert mit einer Strumpfhose, oder auch ohne, mit Stiefeln oder Stiefeletten (siehe unten) sieht das auch super stylisch aus. Auch Leder oder Velours ist im Herbst ein heißer Tipp, vor allem Rauleder sehen wir auch bei den Röcken vermehrt. Was sonst noch "IN" ist? Röcke und Shorts mit herbstlichen Farben in Mustern, wie etwa kariert, damit ist man auf jeden Fall auf der stylischen Seite. Übrigens: Ein dicker Pullover mit einer Shorts sieht nicht nur super stylisch aus sondern ist es auch ;)

Im Herbst fallen die Temperaturen (no na net), und dann braucht man auch einen Mantel oder eine Jacke. Ich bin ja eher der Mantel Typ, muss ich gestehen, ich finde die wärmen einfach mehr. Was Mäntel betrifft ist man mit einer Parka definitiv auf der sicheren Seite, aber auch mit Jacken aus Cord (ihr merkt, der Stoff ist total modern!) oder Leder ist man en vogue. Und sollte es kühler werden, kann man auch zu einem Wollmantel greifen. Vor allem sollte ein Mantel oder eine Jacke aber einen wirklich warm halten; die süßen Mäntel aus Stoffen, die eher leicht sind, sollten lauern Sommernächten vorbehalten sein. Im Herbst lautet die Devise: stylisch aber nicht frierend ;)


Schuhe... Im Herbst sollten die nicht offen sein. Oder doch? Stiefeletten mit offenen Zehen findet man immer öfter und ich persönlich finde diese tres chic, man sollte aber vorher den Wetterbericht checken. Ansonsten bleiben uns Loafer auch weiterhin gut erhalten, wer nicht das Geld für die gehypten Gucci Loafer hat oder einfach nicht so viel ausgeben will, der kann auch bei anderen Shops sehr gute Dupes finden. Für kühlere Tage empfehlen sich dann natürlich Stiefeletten, diese können ruhig einen kleinen Absatz haben, aber auch kleine Cut Outs sind sehr modern. Ich persönlich mag ja Stiefeletten eher in gedeckten Farben anstatt knallig, doch auch in knalligen Farben gibt es schöne Modelle. Und bereits im (Früh-)Herbst kann man zu Stiefeln greifen, auch dieses Jahr sind Overknees sehr gefragt. Zu einem Sommerkleid und einem Sweater sehen übrigens Stiefeletten als auch Stiefel super chic aus, go for it!


Accessoires... Die dürfen nicht fehlen. Oder ist eine Tasche überhaupt ein Accessoires? Eine Frage, über die man am besten beim Wein philosophiert. In einem tollen Outfit mit einem Hut in bester Gesellschaft. Während mein Vater seinen Hut am liebsten im Sommer als Sonnenschutz trägt, mag ich meine lieber im Herbst als modisches Accessoires. Auch hier greife ich lieber zu gedeckten Farben, wobei bei der Form es dieses Jahr noch mehr Auswahl gibt: klassisch, als Schlapphut oder als lässige Kapitänsmütze? Ihr habt die Wahl. Aber kleiner Tipp: Kauft euch einen, der euch passt. Also von der Größe. Denn es gibt nichts mühsameres (Übertreibung!), als ein Hut, der euch bei jedem kleinen Wind vom Kopf fliegt oder so eng ist, dass ihr Kopfweh bekommt!

Sonntag, 29. Juli 2018

Ein Badetag und Produkthaftung

Die Temperaturen zur Zeit laden ja quasi ein, dass man seine sieben Zwetschgen packt und den Tag am See, Strand oder im Schwimmbad verbringt. Und glaubt mir, ich liebe das zu tun. Ich packe dann zwar immer viel zu viel ein, aber lieber zu viel als zu wenig, oder? Ich finde, bei Temperaturen jenseits der 30 MUSS es eine kleine Abkühlmöglichkeit geben und da eignet sich Seen perfekt. Zum Glück sind wir in Kärnten mit sehr vielen gesegnet, allein in meiner Nähe gibt es mehr als fünf schöne, darunter auch den sehr bekannten Wörther See. Übrigens, sollte es euch an den Wörther See verschlagen, dann kann ich euch das Südufer empfehlen. Nicht so viele Touristen und trotzdem wunderschön Mein liebster Ort ist übrigens das Strandbad Maiernigg :) 

Aber was kommt eigentlich in meine Strandtasche, wenn es länger an den See geht? Einen Bikini darf man natürlich keineswegs vergessen. Während manche in jeder Saison sich einen neuen zulegen und immer mit der aktuellen Mode gehen, besitze ich gefühlt tausend verschiedene, aber eigentlich solche, die immer gehen: Entweder Hippie Muster oder einfärbig. Langweilig? Nein, nicht unbedingt ;) Welche ich auch ganz toll finde (aber noch keine besitze, das ist ein bisschen verdächtig) sind Bikinis im maritimen Stil. Aber na gut, was nicht ist, kann ja noch werden. 



Zur Unterhaltung nehme ich gerne Kartenspiele (grad sehr angesagt ist Phase 10!), Bücher oder auch Filme mit, die dann auf Amazon Prime oder Netflix heruntergeladen. Letztere sind auch super, wenn man mit Kindern unterwegs ist und diese mal quängelig sind und keine Lust auf Karten haben. Wenn ich mit meiner Nichte baden gehen, spielen wir meistens lieber Karten, aber ein paar Minuten vom Film sind auch nicht falsch. UND was nicht fehlen sollte ist eine coole Matratze. Im Donut Stil, als Melone oder Pizza, egal. Darauf chillt es sich noch viel besser, oder?

Was ich aber IMMER mithabe und mit was ich bestimmt alle, die mit mir baden gehen nerve, ist Sonnenschutz. Ich habe, wie manch wer weiß, mit Hautproblemen zu kämpfen, ob dies nun Akne im Gesicht oder Neurodermitis bei Kälte ist. Dazu kommt, dass es bereits Hautkrebs in meiner Familie gab, weshalb ich sehr darauf bedacht bin, immer viel Sonnenschutz aufzutragen und lieber zu einem höheren greife. Ich werde auch mit Sonnenschutz braun, deswegen ist es mir lieber, mein Sonnenschutz hat einen hohen Wert. Und ich creme mich auch immer brav nach jedem Schwimmen nach und auch sonst regelmäßig. Das ist mir einfach richtig wichtig und ich habe das in der Vergangenheit wohl zu wenig bedacht, aber heute, gscheiter und weißer, ist es mir umso wichtiger. Und dann bin ich auch so eine Übermutter und creme alle um mich herum ein, dem Hautkrebs keine Chance oder so.

Aber wie ist das eigentlich, wenn man eine Sonnenschutzcreme kauft, die keine Wirkung hat oder, was ja natürlich auch sein kann, die einen Giftstoff enthält? Kann ich dann Schadenersatz verlangen? Und ja, es heißt Schadenersatz ohne S. Eines der ersten Dinge, die man im Jusstudium in Österreich lernt: Schadenersatz und Schmerzengeld, nicht SchadenSersatz oder dergleichen. Als Jurist reagiert man dann allergisch auf dieses "S" ;)

But you get the point: Was, wenn meine Sonnencreme keinen Schutz hat und ich dadurch entweder Krebs bekomme oder eine allergische Reaktion darauf? Für Schadenersatz nach dem ABGB (das heilige ABGB) bedarf es immer vier Voraussetzungen: des Schadens (Krebs), der Kausalität (ist das Verhalten, das gesetzt wurde, wirklich verantwortlich für den Schaden), der Rechtswidrigkeit und des Verschuldens (Vorsatz oder Fahrlässigkeit). Nehmen wir an, jemand hat Hautkrebs bekommen. Bei Krebs wird es schwierig sein, zu beweisen, dass dieser genau wegen des Gebrauches der nichtwirksamen Sonnencreme hervorgerufen wurde. Denn, man verbessere mich, es gibt glaube ich für Krebs sehr verschiedene Reaktionen und so viel ich weiß, gibt es sogar bei den Tschernobyl Opfern verschiedene Theorien bzw entgegengesetzte Meinungen, dass der vermehrt auftretende Krebs dort nicht von der radioaktiven Belastung, welcher die Bevölkerung ausgesetzt war, kommt. Also wir sehen, bei Erkrankungen wie Krebs wird es schwierig sein zu beweisen, dass die Sonnencreme schuld ist.

Aber wie sieht das aus, wenn ich eine Sonnencreme gebrauche, die bei mir persönlich einen ganz ganz schlimmen Hautausschlag hervorruft (Fun Fact: been there, done that, nur bei mir war es ein Deo). Bei einem Hautausschlag oder ähnlichem haben wir drei Problemfelder, welche ich gerne erörtern würde.
1. Ist das Produkt defekt oder ist es nur eine Allergie meinerseits? Ich nehme da gerne meine Deogeschichte. Ich habe einmal ein Deo benutzt, welches bei mir einen ganz fürchterlichen Ausschlag hervorrief, der ärztlich behandelt werden musste. Ja, das Produkt war schuld. Aber gleichzeitig auch eine persönliche Konstellation meinerseits, denn ich hatte die Allergie. Das Produkt war nicht defekt oder allgemein schädlich, sondern eben bei mir schädlich WEIL ich eine Allergie darauf hatte. Also ist die Sonnencreme an sich nicht schädlich oder "defekt", dann bekomme ich keinen Schadenersatz, kann ich noch so viele Ausschläge haben (anderes Beispiel wäre Milch und Laktoseintoleranz: der Laktoseintolerante kann nicht schon allein deshalb vom Milchbauer Schmerzengeld bekommen weil er allergisch auf dessen Milch reagiert). 

2. Ist das Produkt tatsächlich defekt, sagen wir, es hat einen Stoff in sich, von dem man weiß, dass er hautschädigend ist, haben wir zwei Problemfelder. Wenn die gesamten Sonnencremen aus einer bestimmten Zeit "defekt sind" und, sagen wir, der Hersteller fahrlässig war, sprich durch genauere Kontrollen hätte er eine Mangelhaftigkeit des Produktes verhindern können, dann können wir sagen, ja Schmerzengeld könnte möglich sein (aber jetzt wirds kompliziert, für alle Juristen: Wir müssten dann, da wird das Produkt ja wahrscheinlich nicht vom Hersteller gekauft haben, einen Vertrag mit Schutzwirkungen zugunsten Dritter konstruieren, damit man als Konsument au den Hersteller greifen kann. Ist in der Theorie relativ spannend, vor allem wenn das zu einer Prüfung kommt, in der Praxis relativ selten). Bei Ausreißern, sprich bei Produkten, die als Einzelfall von der korrekt hergestellten Norm abweichen, gibt es eine solche Haftung nicht.

3. Aber wie jetzt? Sagen wir, mein Produkt ist fehlerhaft, der Restbestand des Produktes (also alle Produkte, die zur gleichen Zeit produziert wurden) nicht und dem Hersteller unterlief kein Fehler. Kann ich denn dann überhaupt auf den Hersteller greifen? Ja. Der europäische Gesetzgeber hatte einst die tolle Idee, dass das bestehen Schadenersatzrecht eine Lücke hat und erließ eine Richtlinie, die in weiterer Folge das Produkthaftungsgesetz zur Folge hatte. Zum Glück. Denn das Produkthaftungsgesetz, oder kurz PHG, eröffnet eine verschuldensunabhängige Haftung (also brauchen wir weder Fahrlässigkeit noch Vorsatz) und sie gilt auch bei Ausreißern, also wenn nur mein Produkt defekt ist. Es gibt natürlich Einschränkungen: Es muss sich um eine bewegliche körperliche Sache handeln (was eine Sonnencreme ja ist) und er wirst nur für Personen- und Sachschäden gehaftet, die nicht am Produkt entstanden sind. Übrigens, fehlerhaft ist ein Produkt dann, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die man unter Berücksichtigung aller Umstände zu erwarten berechtigt ist. Also solltet ihr einen fiesen Hautausschlag WEGEN eurer Sonnencreme bekommen und ihr reagiert nicht allergisch, dann preist die EU und das PHG, denn so könnt ihr unter Umständen Schmerzengeld bekommen. 

Auch wenn ich jetzt mit potenziellen Schäden durch Sonnencreme gespaßt habe, der Groß der Sonnenprodukte unterläuft so strengen Tests, dass es unwahrscheinlich sein sollte, dass euer Produkt fehlerhaft ist. Benutzt also bitte Sonnencreme. Also solltet ihr bei den tollen Temperaturen auf den See steuern, dann nehmt nicht nur euren Bikini, eure Matratze, euer Buch und was weiß ich noch immer mit, sondern auch einen effektiven Sonnenschutz :) 

Donnerstag, 26. Juli 2018

Sommer & Strafbemessung

Endlich, endlich hat es den Eindruck, dass der Sommer auch in meiner Heimat eingezogen ist. In der Regel ist Kärnten wohl der Ort, der mit Sonne gesegnet ist, nicht umsonst hat sich die Kärnten Werbung schon vor Jahren den tollen Spruch "Urlaub bei Freunden" einfallen lassen. Hätte sie das nicht gemacht, spätestens ich wäre auf diese grandiose Idee gekommen. Ich meine, in was für einem anderen Land hat man Jahre lang die politische Situation mit dem Spruch "Oba schen is schon" kommentiert? Dieser bezog sich natürlich, wie sollte es anders sein, auf die Landschaft. Die erstrahl natürlich in Sonne auch sehr schön. Wär es bis jetzt also nicht wusste, "Oba schen is schon" kann jedes Streitgespräch abschließen. 

Aber gut, so viel zu meiner Heimat. Ich bezweifle stark, dass der Spruch manche Straftäter davon abhalten würde, straffällig zu werden. Sehr stark. Deswegen widmen wir uns heute der Strafbemessung. Nicht auch deshalb, weil grad die Urteile des NSU Prozesses gekommen sind und irgendwie jeder, der auch nur ein Strafrechtsbuch aufgeschlagen hat, sich bemüssigt sieht, die Urteile zu kommentieren. Zu nett, zu hart, zu was weiß auch ich immer. Ich möchte die Urteile nicht kommentieren, denn einerseits war ich ja nicht bei der Urteilsverkündung dabei andererseits habe ich den Prozess nicht zu 100% verfolgt. Und auch wenn: ICH hatte keine Akteneinsicht, diese hatte der Entscheidungsträger und die dazu berechtigten.

Aber wie ist das nun mit der Strafbemessung in Österreich? Zuerst einmal, das Recht zu strafen, das ius puniendi, kommt dem Staat zu. Und eine Todesstrafe gibts in Österreich auch schon eine lange Zeit nicht mehr, die letzte Person, die in Österreich zu einer Todesstrafe verurteilt und auch hingerichtet wurde, war Johann Trnka, der zwei ältere Damen in seiner Wohnung überfiel, ausraubte und tötete. Er wurde im Grauen Haus, dem Landesgericht für Strafsachen in Wien Josefstadt, verurteilt. Die letzte Hinrichtung auf österreichischem Staatsgebiet wurde 1955 durchgeführt nach alliiertem Recht durch die amerikanischen Besatzungsmächte im KZ Mauthausen in Oberösterreich, da wurde ein ehemaliger Lageraufseher hingerichtet. Für alle, die es nicht wissen, Österreich wurde erst durch den Staatsvertrag 1955 wieder frei (eigentlich sollte jeder Österreicher und jede Österreicherin den Ausruf "Österreich ist frei" kennen, srsly!), das in diesem Zusammenhang stehende Neutralitätsgesetz ist auch wichtig, es trat am 26.Oktober 1955 in Kraft (kommt mir nicht mit der Mär "an dem Tag verlies der letzte Besatzungsoldat Österreich", da kriege ich immer einen halben cholerischen Anfall ;)):


 Wenn das Strafmaß, sagen wir, für Urkundenfälschung ( § 223 Abs 2 StGB) etwa bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätze bestimmt ist, dann haben wir einen Spielraum. Es gibt keine Mindestgrenzen, aber eine Höchstgrenze (1 Jahr bzw 720 Tagessätze, diese kann unter Umstände überstiegen werden) und wir können als Richter oder Richterin wählen, ob Freiheitsstrafe oder Geldsätze (na gut, es steht einem nicht ganz offen, man muss sich da an die rechtlichen Vorgaben halten). 

Aber fangen wir von ganz vorne an. Sagen wir, wir haben den Studenten Jens, dieser studiert Soziale Arbeit und arbeitet nebenbei bei einer Einrichtung welche sich für problematische Jugendliche kümmert. Im Rahmen dieser Tätigkeit unternimmt Jens immer wieder was mit einem seiner Schützlinge; damit aber die Zeit, die er mit dem Schützling verbringt, ihm als Lohn ausbezahlt wird, muss der Schützling unterschreiben. Da dieser Schützling das nicht so gerne tut, obwohl er immer gerne Zeit mit Jens verbringt, ist Jens irgendwann einmal genervt und fälscht die Unterschrift von seinem Schützling auf dem Anwesenheitszettel (Urkunde). Irgendwann kommt die Einrichtung drauf und zeigt Jens an. Da es sich bei der Urkundenfälschung um ein Offizialdelikt handelt, muss die Staatsanwaltschaft auch ermitteln und irgendwann kommt die Rechtssache vor den zuständigen Richter oder die zuständige Richterin. 

Dieser oder diese muss sich dann einerseits Jens als auch die Tat, die er begangen hat, ganz genau ansehen. Kommt das Entscheidungsorgan zu dem Schluss, dass Jens die Tat begangen hat, dann sieht man sich an, was für eine Strafe er bekommen sollte. Jens ist ein bisher nicht straffällig gewordener Student, der 22 Jahre alt ist, somit ist er kein junger Erwachsener mehr, sein Alter kommt nicht in die Strafbemessung, sehr wohl aber, das er bisher noch nicht straffällig geworden ist. Er hat die Tat auch nicht in alkoholisierten Zustand begangen, und hat auch nur einmal eine Urkunde gefälscht. Er ist überdies geständig und erklärt vor Gericht, dass es ihm besonders leid tut und er dies nicht mehr tun wird. Im Großen und Ganzen überwiegen dann die Milderungsgründe, weshalb der Richter entweder eine besonders milde Strafe verhängen wird (etwa ein nicht allzu hoher Satz an Tagessätze, die Mindesthöhe beträgt übrigens 4 Euro pro Tag, bei einer Geldstrafe wird sich das Vermögen und das Einkommen des Angeklagten angesehen und davon kommen dann gewisse Beträge (etwa Sorgepflichten oder auch Kredit für ein Haus) in Abzug. Natürlich wird auch die Möglichkeit bestehen, dass dem Täter eine Diversion angeboten wird, diese scheint im Strafregister nicht auf und würde für den Täter keine Hürde im weiteren beruflichen Vorkommen bedeuten. Die Diversion ist meiner Meinung ein besonders wichtiges Instrument, welches wir uns in Zukunft auch näher ansehen werden.

Jens wird aber aus der Tat eine Lektion fürs Leben haben; er wird nie wieder eine Urkunde fälschen oder sonst irgendetwas strafbares vorsätzlich anstellen. Denn die Strafe verfolgt im österreichischen Recht vor allem zwei Funktionen: Spezialprävention, also den Täter vor weiteren Straftaten abzuhalten; Genelalprävention, also die Bevölkerung vor Straftaten abzuhalten. Vergeltung ist aber nicht Zweck der Strafe. 

Nun noch ein paar Worte zu meinem Outfit: ENDLICH SOMMER. Ich kann euch gar nicht sagen, wieviele Kleidungsstücke ich mir für diesen Sommer gekauft habe (na gut, nicht so viele), die aber kaum tragen kann weil es irgendwie die ganze Zeit geregnet hat. Nun aber. Ich mag übrigens die Kombination aus dem blau-weiß gestreiften Rock und dem verspielten blumigen Shirt total gerne. Und mit schwarzen Schuhen und schwarzer Tasche sieht das Outfit nicht total verspielt aus (ich habe zuerst überlegt, eine Tasche in Pastelltönen zu tragen, mich dann aber dagegen entschieden, weil immer alles perfekt und eintönig ist ja auch langweilig), oder was meint ihr? 

Shirt - Forever 21
Rock - Y.A.S.
Tasche - YSL
Loafer - Gucci
Uhr - Daniel Wellington
Brille - Ray Ban


Montag, 23. April 2018

Verteidigerpflicht und Pastell Outfit

Ich bin nun ganz mutig und wage die Behauptung, dass jede und jeder von uns schon einmal einen Krimi angeschaut hat. Und zu 90% kommt, wenn jemand verhaftet wird, folgender Spruch zu hören.
"Sie haben das Recht zu schweigen. Alles was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht, zu jeder Vernehmung einen Verteidiger hinzuzuziehen. Wenn Sie sich keinen Verteidiger leisten können, wird Ihnen einer gestellt."

Schön, oder? Ich habe sogar so eine große Liebe für Krimis (vor allem Criminal Minds!), dass ich den Spruch auswendig kann. Aber der gilt ja nur für die Staaten. Wie die Belehrung bei uns geht, weiß ich leider nicht genau. Bei Soko Kitzbühel findet nämlich die Verhaftung meistens entweder im Luxus Porsche oder in der Küche statt, wo noch ein Schnapserl getrunken wird, bevor dem Beschuldigten offenbart wird, dass er verhaftet wird [übertreibe ich? ein bisschen vielleicht!].

Aber ja, auch im österreichischen (und wohl auch deutschen) Recht gibt es die Verteidigerpflicht, und kann sich einer halt einen nicht leisten, naja, dann wird einem der Verteidiger gestellt. In diesem Zusammenhang ist es aber ganz wichtig, zu unterscheiden zwischen der strafrechtlichen und der zivilrechtlichen Verteidigerpflicht (wobei wir das im Zivilrecht Vertreter nennen. Verwechselt es nie, NIE!) unterscheiden. Für heute möchte ich aber die strafrechtliche durchgehen :) 
Man kann eigentlich immer einen Verteidiger haben. Wenn zum Beispiel die gutverdienende Lisa, die Volksschullehrerin ist, "auf Versehen" in einem Geschäft Kleider mitgehen lässt (Diebstahl), dann begründet das grundsätzlich keine Verteidigerpflicht, das heißt, sie kann sich auch alleine dem Staatsanwalt vor dem Richter stellen. Sie kann natürlich aber auch einen Anwalt selber beauftragen. Den muss sie dann, wenn sie für schuldig befunden wird, natürlich selber zahlen. Außer, ihr wird Verfahrenshilfe gewährt, aber dazu ein anderes Mal. 

Wir unterscheiden also zwischen der notwendigen Verteidigung und der nicht so notwendigen Verteidigung (also eigentlich nicht notwendigen, aber ICH würde NIE ohne Rechtsanwalt, wenn ich keine Ahnung von Jus habe, zu einer Verhandlung gehen, no way!). Notwendige Verteidigung haben wir zum Beispiel, wenn 
  • der Beschuldige in U-Haft ist (U-Haft ist wohl jeden ein Begriff, oder?)
  • im Verfahren zur Unterbringung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher (soll jemand in eine für geistig abnorme oder Entwöhnungsbedürftige gebracht werden, dann herrscht dafür nur in der Verhandlung. In eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher wurde zB Josef Fritzl gebracht. Das gleiche wäre wohl auch Wolfgang Priklopil passiert.Wenn ihr nicht wisst, wer die zwei sind, dann googlet sie. Es sind zwei spannende Fälle und Natascha Kampusch war in meiner Generation Omni-Präsent behaupte ich nun einmal. Ihr Fall ist ein bessonders spannender und brisanter Fall der österreichischen Krimigeschichte!)
  • bei Schöffen- oder Geschworenenzuständigkeit
  • aber auch, wenn nur ein Einzelrichter zuständig ist, und zwar dann, wenn für die Tat eine mehr als dreijährige Freiheitsstrafe angedroht ist. Dass diese verhängt wird ist nicht notwendig.
Der Sinn hinter der Verteidigerpflicht ist einfach der, dass bei solch eklatant wichtigen Eingriffen in die persönlichen Freiheitsrechte der meisten rechtsunkundige eine Hilfe braucht. Ich stehe vollkommen hinter diesem Gedanken des österreichischen Strafprozessrechtes und finde es wichtig. 
Übrigens, da mein Shirtkleid ja so schön feministisch ist und wir über Anwälte reden, möchte ich noch kurz ausschweifen. In Kärnten beträgt die Zahl der weiblichen Anwält 19% (Quelle: Meinbezirk). Der Frauenanteil steigt zwar im Vergleich zu den 60ern, aber ist noch immer nur ein Fünftel. Und auch im Strafrecht gibt es sehr wenige Frauen. Ich habe mein Zuteilung für Strafrecht in Klagenfurt am Landesgericht gehabt und hatte in unzähligen Verhandlung nur eine einzige Frau (!). An dieser Stelle muss ich aber auch sagen, dass ich dafür jede Frau, die Rechtsanwältin ist, bewundere. Es sind dies alles Power-Frauen. Wieso so wenige Frauen den Beruf des Rechtsanwaltes einschlagen kann cih nicht sagen und ist jede Studie in diese Richtung wohl auch nicht besonders ausschlaggebend, da jede Frau ihre eigenen Gründe hat.

Shirtkleid- Boohoo (ähnlich hier)
Mantel - H&M (ähnlicher hier)
Tasche - Chloé (hier)
Brille - Prada (ähnliche hier)
Stiefel - Vagabond (ähnliche hier)

Donnerstag, 15. März 2018

Wishlist und wie war das noch mal mit den AGB?

Ich liebe ja die Wintermode ABER Herrgott, kann es denn endlich Frühling werden? I mean, ich kann es kaum erwarten, meine ganzen Einkäufe für den Frühling zu tragen. Aber so lange draußen noch der Schnee liegt, zeige ich euch eben noch Winteroutfits. 

Ich trage in der Freizeit manchmal gerne meinen Jeansrock, für die Arbeit ist das zu wenig chic. Aber zum Glück hat man ja auch eine Freizeit, oder? Ich freue mich richtig auf die Frühlingsmode. Ich weiß, ich nerve gerade mit dem und beinahe jeden. Aber ich habe in den verschiedenen Sales so oft bei Kleidung zugeschlagen, die in typischen Frühlingsfarben ist (Hellblau <3) und mag einfach keine Pullover mehr tragen. Auch wenn ich die Mode liebe. Und den Jeansrock kann ich dann ja auch zu Sneaker kombinieren. In der Freizeit geht das ja ;) 

Wenn ich übrigens durch die City Arkaden flaniere (und das tue ich oft, denn drüben gibts den Pep Juice und ich liebe deren Säfte <3), dann komme ich auch oft beim Esprit vorbei und ein besonderes Shirt hast es mir dort angetan: So ein Streifenshirt aber mit einem süßen Schöschen aus Bluse. Kennt ihr das, wenn ihr dann ein Kleidungsstück im Kopf habt, ihr wisst, ihr braucht es eigentlich nicht, aber es euch nicht aus dem Kopf geht? So geht es mir mit dem Shirt. Ich weiß den Preis auswendig, ich weiß, wo es steht und ich weiß, dass es die erste Puppe im Schaufenster anhat. Wieso ich es mir nicht kaufe? Weil ich weiß, dass ich es nicht brauche. Also zur Zeit noch. Wer weiß, ob ich es nicht in Zukunft doch kaufen werde?

So geht es mir übrigens auch mit anderen Produkten. Mit einem Teppich, den ich bei West Wing schon länger beliebäugle (ich habe mir gerade im Dezember einen neuen gekauft, aber wir überlegen, unser Wohnzimmer zu dekorieren, da meine Mutter einen elektronischen Stuhl bekommt, dann brauche (!) ich ja einen neuen Teppich, wenn meiner dann ins Wohnzimmer zieht ;)), einem Spiegel, den ich eigentlcih auch nicht brauche aber schon seit Monaten im Internet immer bestaune. Und zu guter letzt mit Essen. Ihr wollt nicht wissen, was alles auf meiner Liste der Dinge steht, die ich probieren muss. Letztens habe cih eine Schokoschnecke von Auer probiert, die dann aber alles andere als gut war.

Was ich damit sagen will? Manchmal zahlt sich Disziplin aus, manchmal nicht. Ich weiß genau, dass ich mir das Shirt von Esprit kaufen werde, weil ich es so toll finde. Auch ein neuer Teppich wird wohl einziehen dürfen. Man muss ishc eben überlegen, wo sich Disziplin, hart bleiben auszahlt, und wo man sich dann etwas gönnen kann oder soll. Die Schokoschnecke zum Beispiel hätte ich auf die Liste der Dinge packen sollen, die ich nicht probieren muss. Alles im Leben hat Konsequenzen (wie ich mit dem zweiten Teil des Posts zeigen will!), man soll sich eben überlegen, ob man das Shirt (JA!), den Teppich (JA, unter Umständen) oder die Schokoschnecke (bäh) braucht ;) 

Und wisst ihr, was das lustigste ist? Da will ich euch das Teil von Esprit zeigenUND ICH FINDE ES ONLINE NICHT. I mean, das ist so typisch ich. Ich finde es nicht^^ Dafür aber echt viele anderen schöne Pullover und Shirts. Blöderweise reihen die sich nun ein in die Liste der Produkte, die ich brauche/will ;)


marec 2018



Tasche: Gucci (hier) // Teppich: Westwing (hier) // Spiegel: Westwing (hier) // Couch: Ikea (hier) // Shirts: Esprit (blau-weiß gestreiftes ; gestreiftes ; mit Schößchen)


Ich bin übrigens jemand, der total gerne online einkauft. Egal, ob nun Teppich, Kleidung, Schuhe, Lebensmittel, Bücher oder was weiß ich auch immer. Alles ist bei mir genau einen Klick entfernt. Ich finde es einfach so viel angenehmer.

Damit man einen Vertrag im Sinne des ABGB schließt, braucht man zwei übereinstimmende Willenserklärungen: Meine ist die, dass ich auf den "Zur Kasse gehen" Button drücke, die des Vertragspartners die, dass ich eine Bestätigung meines Einkaufes bekommen habe. Davor gibt es keinen Kaufvertrag, maximal ein vorvertragliches Schuldverhältnis, wo wir gewisse Aufklärungspflichten und Sorgfaltspflichten haben können und in eventu eine vertragliche Haftung wegen culpa in contrahendo haben können. 

Viele Verträge, so wie meiner, werden heutzutage online geschlossen. Meistens legt der Unternehmer dabei allen Vertragen quasi eine Schablone über, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, und wir nehmen sie meistens durch den "akzeptieren" Button an. Was lustig ist, denn in der Regel liest sich die doch niemand durch. Und dennoch gelten sie gemäß der Geltungskontrolle, denn wir hatten die Möglichkeit uns die AGBs näher anzusehen. Und wenn wir die nicht oke finden, dann kommt eben kein Vertrag zustanden.

Spannender wird es aber, wenn wir uns die AGBs inhaltlich anschauen. Denn dann ist es dem Gericht egal, ob die AGBs Vertragsinhalt wurden: Jeder. Vertrag. Muss. Sittenkonform. Sein. Jeder. 

Was sind die guten Sitten? Jeder Jurist kennt den § 879, der definiert, was wir als sittenwidrig betrachten. Als sittenwidrig können wir etwa einen Vertrag sehen, wo ein Verbraucher sagt, er übernimmt jegliche Haftung aus dem Vertrag, egal ob ihn ein Verschulden trifft oder nicht. Also eine Bedingungen oder ein Vertrag, der bei jedem Menschen, es muss kein Jurist sein, die Augenbrauche hochfahren lässt ;) (Fun Fact am Rande: Als das ABGB 2011 200 Jahre in Kraft feierte, schrieb ein Freund auf Facebook, das ABGB solle im Sinne des § 879 feiern ;) )

Also können einzelne (!) Bestimmungen der AGB gegen § 879 ABGB verstoßen und sind somit nicht Teil des Vertrages geworden, die anderen Bestimmungen der ABGB, die aber nicht gegen § 879 ABGB verstoßen, sind es aber. Kompliziert?
Sagen wir, ich bestelle heute etwas bei einem Onlineshop meines Vertrauens. Ich akzeptiere deren AGB, wo folgendes drin steht:

  1. Der Gerichtsstand für Streitigkeiten aus dem Vertrag ist Klagenfurt
  2. Das Unternehmen behält sich das Eigentum an den Produkten bis zur vollständigen Kaufpreiszahlung vor
  3. Der Kunde ist zur Kaufpreiszahlung binnen 14 Tagen ab Erhalt der Produkte verpflichtet
  4. Der Kunde darf Produkte auch dann nicht retournieren, wenn sie bei Ankunft bereits beschädigt sind.
Ob Nr. 1 problematisch ist sehen wir uns ein ander Mal an ;)
Auf jeden Fall sind aber 2. und 4. problematisch. Denn ein Eigentumsvorbehalt bedarf zweier übereinstimmender Willenserklärungen und muss ausdrücklich vereibart werden.
Und das wirtschaftliche Risiko auf den Endverbraucher überwälzen, auch wenn der ein kaputtes Produkt kriegt? Sind eure Augenbrauen hoch gefahren? ZURECHT! Denn Nr. 4 ist eindeutig sittenwidrig. Punkt 3 ist kein Problem. 
Somit können wir sagen, dass Nr. 2 und Nr. 4 nicht Inhalt des Vertrages geworden sind, der Rest der AGB aber schon. Versteht ihr, was ich meine?

Weiters müssen die AGB auch klar und verständlich abgefasst sein. 

Im B2C Bereich (Business to Costumer) Bereich gibt es noch weitere Beschränkugen wegen des Konsumentenschutzes.

Der Sinn der AGB? Den Verbraucher vor der Übermacht des Unternehmers bewahren. Es kann sein, und wird von gewissen Kollegen auch bemängelt, dass der Konsumentenschutz zu weit geht. Und man kann dies auch diskutieren. Ich glaube aber, dass das österreichische Konsumentenschutzrecht im Großen und Ganzen sehr gut ist. Auch wenn ich ein großer Fan der Eigenverantwortung bin, AGBs werden meistens von Juristen geschrieben und sind so ausgeklügelt und verschachtelt und kompliziert geschrieben, dass sie viele nicht verstehen. 


Sonntag, 11. März 2018

Cold Weather Look und strafbare Handlungen gegen die Rechspflege

Im letzten Blogpost habe ich euch ja erklärt, was Offizialdelikte sind, wieso man eine Anzeige nicht einfach so zurückziehen kann und was wiederum Privatanklagedelikte sind. Im heutigen Blogpost möchte ich mit euch die Konsequenzen einer falschen Anzeige durchgehen und euch skizzieren, wieso es sich bei falschen Aussagen keineswegs um ein Kavaliersdelikt handelt.

Wir rufen uns ins Gedächtnis: Jenny hat der Polizei erzählt, Daniela hätte sie gefährlich bedroht und ihr Geld gestohlen. Die Polizei hat daraufhin die Staatsanwaltschaft informiert, welche in weiterer Folge Anklage (bei dieser unterschieden wir im Einzelrichterverfahren den Strafantrag und im Geschworenen- und Schöffenverfahren die Anklageschrift!) erhoben hat, trotz der Tatsache, dass Jenny "ihre Anzeige zurückgezogen" hat. 

Das heißt, einerseits hat die Polizei ermittelt, dann die Staatsanwaltschaft und als letztes war noch ein Richter und ein Rechtsanwalt beschäftigt (zur Rechtsanwaltspflicht das nächste Mal!). Und wenn der Richter oder der Staatsanwalt noch einen Rechtspraktikanten hatte, dann auch dieser. Es waren somit schon einige Leute tätig, weil Jenny eine falsche Beschuldigung getätigt hat. 

Bei der Gerichtsverhandlung dann sagt sie natürlich auch, aus heiterem Himmel, wieder falsch aus. Der Richter oder die Richterin entscheidet jedoch, dass er Daniela freisprechen wird, auch aufgrund des Hin- und Hers der Jenny und zu Guter letzt wegen der freien Beweiswürdigung und auch, weil der Grundsatz "in dubio pro reo" einer der elementarsten im Strafrechst. In dubio pro reo sagt uns, dass, wenn es Zweifel gibt, diese zu Gunsten des Angeklagten ausgelegt werden müssen: ist das Gericht nicht überzeugt von der Tat der oder des Angeklagten, so HAT es diesen freizusprechen. Die Unschuldsvermutung, welche in meinen Augen zu den wichtigsten zählt (an die sich aber nicht jedes Medium hält, dazu auch ein anderes Mal!).
Zu prüfen ist nun, ob sich Jenny selber strafbar gemacht hat. An dieser Stelle: JA! Sie hat sich der Vergehen der falschen Beweisaussage nach § 288 Abs 1 (vor Gericht) und Abs 4 (vor der Polizeibehörde, beides ist unabhängig voneinander strafbar) StGB und des Verbrechens der Verleumdung nach § 297 Abs 1 2. Fall StGB strafbar gemacht. An dieser Stelle noch kurz: Von Vergehen sprechen wir, wenn die Strafdrohung bis zu drei Jahre beträgt (zB § 288 Abs 1 "... ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen"), von Verbrechen, wenn die Strafdrohung drei Jahre übersteigt (zB § 297 Abs 1 2. Fall, "ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen").

Bei einer falschen Beweisaussage kommt es darauf an, dass die Person als Zeuge (der Beschuldigte darf auf Biegen und Brechen lügen!) als Auskunftsperson bei seiner förmlichen Vernehmung (also zB nicht am Gasthausstammtisch) falsch aussagt, wobei es wichtig ist, dass die Person weiß, dass sie falsch aussagt und ihr Vorsatz auch darauf gerichtet ist. Jenny wusste, dass das, was sie sagt, nicht stimmt und es kam ihr gerade darauf an, dass sie es so sagt. 
Bei einer Verleumdung muss jemand durch seine Handlung (im Fall zur Polizei gehen) eine andere Person der Gefahr der behördlichen Verfolgung einer mit Strafe bedrohten Handlung aussetzen UND er muss wissen, dass die Verdächtigung falsch ist. Und auch das ist gegeben. Das "Wissen" ist wichtig: Denn nehmen wir ein anderes Beispiel: Barbara schlägt Claudius, weil sie dieser sexuell belästigt und versucht hat sie zu vergewaltigen. Anton sieht hingegen nur, dass Barbara Claudius schlägt. Ist Anton der Verleumdung schuldig? Nein, weil das, was er gesehen hat, stimmt. Die Verdächtigung ist zwar in der Tat (objektiv) falsch, doch Anton weiß das nicht. 

Auch bei Jenny wird in weiterer Folge wieder die Polizei ermitteln, die Staatsanwaltschaft Anklage  erheben und als letztes der Richter über die Tat entscheiden müssen. Verbildlichen wir uns das: Es werden zwei Prozesse geführt, die nicht geführt hätten werden müssen, wenn niemand gelogen hätte. 
Jenny wird schuldig gesprochen werden. Es werden auch einige Erschwerungsgründe vorliegen und wenige bis keine Milderungsgründe (dazu auch später!), weswegen wohl eine bedingte Freiheitsstrafe für sie rausspringen wird. 
Nächstes Mal werden wir uns dann mit der Verteidigerpflicht beschäftigen und uns fragen, ob Jenny denn durch einen Verteidiger vertreten war und ob sie es sein musste. Und uns die Verfahrenshilfe ansehen, die in meinen Augen wichtig und richtig ist. 
Sweater - Zara (hier oder hier)
Parka - Mavi (hier oder hier)
Rock - Asos (hier oder hier)
Schuhe - Vagabond (hier oder hier)
Schal - Louis Vuitton (hier oder hier)
Tasche - Saint Laurent (hier oder hier)


Mittwoch, 7. März 2018

Klagenfurt: Pep Juice Bar

Die Fastenzeit läuft und ich selber nutze diese Zeit auch immer, um auf einige Dinge zu verzichten. Dieses Jahr stehen Süßigkeiten ganz oben auf der Liste, aber auch beim shoppen möchte ich einen Gang zurückschalten. Und auch beim negativ sein, denn als pessimistischer Optimist (in eigenen Angelegenheiten bin ich Pessimist, sonst Optimist) ist das manchmal auch eine gute Idee für die Fastenzeit.

Fastenzeit bedeutet also Detox für mich: körperlich und seelisch. Ich weiß, dass der Körper selber entgiftet. Aber ein bewusstes Verzichten auf gewisse Sachen tut sowohl der Seele als auch dem Körper gut, zumindest empfinde ich das subjektiv so.

Wie gut also, dass ich Samstag vor drei Wochen bei PEP Juice in den City Arkaden in Klagenfurt bei einem Event der besonderen Art teilnehmen durfte: Mische deinen eigenen Smoothie. Wer mich kennt, weiß, dass ich immer wieder Phasen habe, wo ich irrsinnig viele Säfte und Smoothies mache. Aber ich trinke sie noch viel lieber!

Ich war nie der große Fan der 0815 Sodagetränke und wenn ich mal in einem Restaurant einen Saft trinke, dann naturtrüben Apfelsaft. Die Industrie-Smoothies sind, bis auf die von innocent, nun auch nicht gerade meine größten Freunde. Zu sehr verarbeitet und zu viel zugefügter Zucker.

Pep ist da eine tolle Alternative: Die Säfte werden frisch gemixt, man kann sogar Säfte nach eigenen Wünschen zusammenstellen oder Zutaten untereinander austauschen. Und es schmeckt gut und natürlich. 
Ich war übrigens schon vor der Kooperation ein riesen Pep Juice Fan ;) 

Wir durften bei dem Event (wenn ich wir sage, meine ich noch die tollen Bloggerinnen Anna von Lilos Blog und Sandra von TheSandraBlog) unseren eigenen Smoothie mixe. 3 Bloggerinnen, unterschiedlich von der Persönlichkeit, und auch so wurden die Smoothies. Als hätten wir uns abgestimmt, wurde einer rosa, der andere gelb-organe und meiner grün. Und ich habe alle 3 probiert und kann euch sagen: alle drei sind super gut. Der eine schmeckt nach Karibik, der andere nach einem wunderschönen Sommerabend am Land und der andere wiederum nach grünen Frühlingswiesen (oh Gott, das klingt kitschig!).


Ich hatte irrsinnigen Spaß am Event und freue mich, auch einmal hinter die Kullissen eines meiner liebsten „Lokale“ in Klagenfurt geschnuppert zu haben. Und wer nun jetzt Lust auf die drei Smoothies hat: Pep Juice findet man im Parterre der City Arkaden gegenüber vom Müller und Yves Rocher und im Untergeschoß beim Peek & Cloppenburg und Billa :)  

Dienstag, 6. Februar 2018

Snowy Days and Offizialdelikte

Wisst ihr, was mir seit ein paar Tagen durch den Kopf geht? Eine besondere Reihe am Blog, in der ich euch über simple Rechtsfragen informieren. Mit Beispielen aus der (theoretischen) Praxis, soll heißen, die Beispiele sind frei erfunden, könnten aber so jeden Tag passieren. Denn was ich bemerke: Es sind oftmals nicht die großen Probleme, die mir Freunde offenlegen, wenn es um Jus geht, sondern die kleinen. Es wird ja recht selten gefragt, wie das denn bei der Haftung um die Anteile der Gesellschaft bei einer Verschmelzung ist, sondern eher, wie das mit einer falschen Beweisaussage ist, wie das mit der Garantie ist oder was passieren kann, wenn ich einen Verkehrsunfall habe. Es sind die kleinen Dinge, die uns, somit mich und euch, beschäftigen. Und denen möchte ich mich nun widmen. Mit Outfits. Also diese sollen den einzelnen Post verschönern ;) 
Und wenn wir ganz ehrlich sind: Jeder (!) von uns hat schon einmal Richterin Barbara Salesch oder Richter Alexander Hold geschaut und sich mindestens einmal gefragt, wieso denn der eine oder die andere so entschieden hat. Ganz ehrlich, ich habe das geliebt. Meine Sommerferien waren geprägt vom Nachmittagsprogramm mit Jugendrichter und Strafrichter Alexander Hold (den ich ehrlich gesagt viel besser fand!). Die Staatsanwälte und Rechtsanwälte waren natürlich auch super lässig! Und als zehnjährige glaubte ich tatsächlich noch, dass das alle so tatsächlich ist, wie es mir das Fernsehen gesagt hat [ist es nicht, das weiß ich inzwischen auch]. Was ich aber mit diesem Beispiel zeigen will: jeder von uns weiß, wie ein Prozess abläuft und jeder hat ein Grundinteresse für Jus. Willkommen also zu einer Folge "Jus im Alltag" oder auch Richterin Barbara Salesch ermittelt. Oder wie auch immer, der Name ist egal, denn "falsa demonstratia non nocet" (was das bedeutet werden wir noch erfahren ;) 

Beginnen wir aber mit etwas, das viele noch immer nicht wissen: Das Strafrecht ist maßgeblich geprägt von dem, dass die strafrechtlichen Behörden von sich selber ermitteln. Maßgeblich, denn es gibt Ausnahmen. Wir unterscheiden zwischen Offizialdelikten, das sind solche Delikte, bei denen MUSS die Staatsanwaltschaft von sich selber tätig werden. Und dann gibt es die Ermächtigunsdelikte, bei denen die Staatsanwalt nur durch Ermächtigung (nomen est omen) des Geschädigten ermittelt und als letztes die Privatanklagedelikte, bei denen im Gegensatz zu den anderen zwei die Staatsanwaltschaft nicht verfolgt werden. 

Den Groß stellen aber dennoch die Offizialdelikte dar. Bekommt die Staatsanwaltschaft, entweder durch die Polizei (was der Regelfall ist), durch Anzeige einer Privatperson oder anderweitig von einer strafbaren Handlung Ahnung, so muss sie von Amts wegen tätig werden (das andere könnte wiederum in eventu einen Amtsmissbrauch darstellen, dazu aber auch in einer anderen Folge). Offizialdelikte sind Delikte wie etwa Raub, Mord, Körperverletzung oder Eingriffe in die sexuelle Selbstbestimmung (Vergewaltigung etc). 

Umgesetzt auf die Realität bedeutet dies, dass die Staatsanwaltschaft, wenn sich der Verdacht stark erhärtet (juristisch nennen wir das anders, aber es will ja keiner einen Fachaufsatz lesen;)), Anklage erheben muss. Das bedeutet dann, dass wir ein gerichtliches Verfahren mit Einzelrichtern vor dem Bezirks- oder Landesgericht haben oder sogar mit einem Schöffen- oder Geschworenegericht (das bedeutet dann, dass auch Menschen ohne juristische Bildung entscheiden). 

Ich habe übrigens einmal einen Richter während einer Verhandlung sagen gehört, dass es sich inzwischen eh schon rumgesprochen haben sollte, dass viele Handlungen Offizialdelikte sind und somit nicht einfach "eingestellt" werden, wenn eine Person eine Anzeige zurückzieht. Lasst mich das an einem Beispiel verdeutlichen [und damit möchte ich NICHT ein Delikt herunterspielen, jedoch passiert dies leider immer wieder, was die Anzahl der Prozesse wegen Verleumdung und falscher Beweisaussage auch zeigen]:

"Jenny und Daniela sind eigentlich beste Freundinnen und gehen zusammen durch dick und dünn. Doch leider ist es so, dass Jenny fürchterlich in Robin, deren Kumpel verliebt ist. Robin aber mag Daniela eigentlich mehr und so kommt es wie es kommt, auf einer Party schmusen Daniela und Robin miteinander. Jenny ist wutentbrannt und fährt am gleichen Abend von der Party direkt zur Polizei und behauptet dort, Jenny hätte ihr letzte Woche gedroht, dass sie Jenny umbringen werde (somit eine gefährliche Drohung nach § 107 Abs 2 StGB) und weiters habe sie ihr ihre Geldtasche mit 100€ drinnen gestohlen (§127 StGB*). Die Polizisten glauben Jenny und leiten Ermittlungen gegen Daniela ein. Daniela wird vernommen und Jenny und Daniela streiten sich fürchterlich. Irgendwann stellt aber Jenny fest, dass das, was sie gemacht war, echt gemein war und geht zur Polizei und gesteht ihnen, dass sie gelogen haben. Die Polizisten haben inzwischen aber schon alles der Staatsanwaltschaft gemeldet, welche auch in Anbetracht von Danielas Vergangenheit (sie hat einige Vorstrafen wegen Diebstahl, gefährlicher Drohung und auch Körperverletzung) nun Anklage gegen diese erhoben hat, da für die Staatsanwaltschaft aufgrund des Gewaltpotenzials von Daniela und der Aussage der Jenny die Verurteilung der Daniela sehr wahrscheinlich ist. Jenny ist nun als Zeugin zum Prozess geladen". 
Was ich mit diesem Beispiel verdeutliche möchte: Die Polizei und die Staatsanwaltschaft gehen Verdachtsmomenten nach und können nicht wissen, ob nun eine Tat tatsächlich passiert ist oder ob, wie in unserem Fall, sich jemand das überhaupt nur ausdenkt. Hätte Daniela Jenny jedoch nur öffentlich beleidigt, wäre das eine andere Geschicte. Aber im vorliegenden Fall haben wir völlig andere strafbare Handlungen, welche eben ein Vorgehen der Staatsanwaltschaft und der Polizei erfordern. Wie das dann aber im Prozess sein wird und ob Jenny dann doch vor dem Richter die Wahrheit sagen wird, das werden wir dann sehen ;) 

Das Outfit habe ich übrigens am Sonntag getragen. Es hat Freitag und Samstag geschneit und es schaut nun wunderschön winterlich aus. Am Sonntag gingen wir dann spazieren, denn so einen schönen Tag muss man ja nutzen! Ich liebe die Isabel Marant Sneaker, kann sie jedoch nicht in die Arbeit tragen, also dürfen sie an Nicht-Arbeitstagen umso öfter raus ;) 

*Dank eines lieben Mädchens auf IG wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich statt §127 §125 geschrieben haben. Es ist natürlich §127, somit Diebstahl, das schlagende Delikt. Ich verwechsel nur immer wieder §125 und §127, von der Zahl, nicht vom Delikt her. Aber wie heißt es so schön unter uns Juristen: falsa demonstratio non nocet ;) 
 Sweater: H&M
Kleid: Bershka
Jeans: H&M
Parka: Mavi
Kappe: H&M
Schal: Acne (hier)
Schuhe: Isabel Marant (hier)
Tasche: Chloé (hier)
Brille: Ray Ban (hier)