Freitag, 9. September 2016

Law is in the air - Mag.Iur. oder auch, der Wahnsinn hat ein Ende!

"Wo Gesetze schriftlich aufgezeichnet sind, genießte der Schwache mit dem Reichen gleiches Recht." (Euripides)

Auf Facebook, auf meinem privaten Account, waren die ersten Worte, die ich geschrieben habe, als ich meinen Magisterbescheid hatte "Es ist vollbracht". Das Diplomstudium der Rechtswissenschaften, auch einfach Jus genannt, war zu Ende. 
Nein, wir in Österreich nennen es nicht Jura. Wir lernen nicht "die Rechte" (Plural von ius, also  iura) sondern eben das Recht, die Singularform. Ist halt so ;)
Man wird auch recht komisch angeschaut, wenn man Jura sagt. Ich meine, man sagt auch nicht Aprikosen, Konfitüre oder Quark. Is so ;)
Die Sicht der Studentin vertritt übrigens die liebe Simone ;)

Ich habe mich also vor Jahren dazu entschlossen, Jus zu studieren. Eigentlich wollte ich das schon als Kind (nachdem ich erfahren habe, wieviel bzw wenig man als Frisörin verdient!). Dazwischen schwankte ich zwar zwischen Schauspiel, Journalismus, Medizin und BWL, entschied mich dann aber doch für Jus, nachdem ich, als wir in der 7. Klasse mit der Schule in Wien waren, die Strafrechtsunterlagen des Cousins einer Freundin angesehen habe (Fun Fact, Strafrecht war dann wohl mein schwierigster Gegner!). 

Mit 18 ging ich also nach Wien, nachdem ich meine Matura in der Tasche hatte. Für mich war einmal ein großer Schock, dass ich nicht die Kurse oder Vorlesungen in der wunderschönen Universität haben sollte sondern in einem (hässlichen) Glaskastengebäude. Wenn wer mal Juridicum Wien googlet, lasst euch nicht vom Äußeren täuschen, es ist NICHT schön!
Bei der ersten Vorlesung, die ich besuchte, waren wir etwa 2000 Leute in einem Hörsaal für 500. Man drückt halt beide Augen bei den feuerschutzrechtlichen Bestimmungen zu.

Es siebte sich aber aus. Schon bei der ersten Prüfung fiel ein Viertel der 2200, die damals mit mir anfingen, weg. Am Ende des 1. Abschnittes fiel das zweite Viertel weg.
In meiner ersten Übung zu Römischen Recht - Sachenrecht, meinte der Professor zu uns "Sehen Sie nach links und nach rechts. Die Person neben ihnen wird das Studium nicht abschließen". Man war natürlich entrüstet, nein schockiert, aber es stimmt dann doch! Aber das wusste man ja nicht ;)

"Ich werde anhören den Kläger sowie den Angeklagten, beide in gleicher Weise." (Richtereid der Athener)

Das Jusstudium in Wien teilt sich in drei Abschnitte. In jedem gibt es Übungen, die man absolvieren muss und Prüfungen. Man kann erst in den nächsten Abschnitt wechseln, wenn man sowohl Übungen als auch Prüfungen hat (dies ist auch für Stipendien oder die Familienbeihilfe wichtig!). 
Der erste Abschnitt besteht aus der Einführung in die Rechtswissenschaften (Privatrecht, Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie), Rechtsgeschichte (Übung und Prüfung) und der FÜM 1. Bei den FÜMs handelt es sich um fächerübergreifende Modulprüfungen, bei welchen mehrere Rechtsgebiete abgefragt werden. Bei der ersten kommen Römisches Recht (Sachen & Schuldrecht), Völkerrecht und Europarecht dran. Den 1. Abschnitt absolvierte ich noch recht schnell.

Im 2. hatte ich dann richtig, richtig große Probleme. Der 2., auch judizieller Abschnitt genannt, besteht aus den privatrechtlichen Teilen. Geprüft werden Unternehmensrecht, Arbeitsrecht, Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht (kurz ZGV) und dann die FÜM 2, welche aus Bürgerlichem und Unternehmensrecht besteht. Ich hatte wirklich große Probleme, da mir einfach das zivilrechtliche nicht liegt. Ich saß des öfteren weinend am Schreibtisch und fragte mich einfach, wieso das nur. Ich muss an dieser Stelle nicht anmerken, dass ich mich trotzdem durchgebissen habe ;)

Dafür habe ich den 3. Abschnitt echt mögen. Der Staatswissenschaftliche war einfach das, was mir liegt (und wurde am besten von mir absolviert!). Europarecht, Völkerrecht, Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht und Steuerrecht (und Strafrecht als abschnittsunabhängige!). Besonders im Steuerrecht habe ich mich wohl gefühlt und dieses Fach auch als eines meiner Dissertationsfächer ausgewählt (mehr dazu wird es in Kürze geben, wenn alles abgesichert ist!). Aber auch Verfassung und Verwaltung hat mir sehr, sehr gut gefallen. Nur die FÜM 3 (bestehend aus Verfassung, Verwaltung und Verfahren) war von der Note her gesehen nicht so ideal, aber Herr Gott noch mal, ich bin auch eine Perfektionistin (an dieser Stelle muss man wissen, ich kenne sehr wenige, die so wenige Prüfugnen (2) wiederholen haben müssen wie ich. Und in Wien ist ein 4er eine Leistung!). 

Neben den Übungen und Modulprüfungen muss man einige Kompetenzen, Wahlfächer und wirtschaftliche Übungen machen. Anstatt einer Diplom- bzw Magisterarbeit gibt es in Wien zwei Seminararbeiten (wobei man auch anstatt einer einen Moot Court machen kann). Ich habe meine beiden Seminararbeiten im Fach Finanzrecht geschrieben, weil es mich eben am meisten interessiert hat.

Soviel zum Aufbau des Studiums ;)

"Jedes Ding hat zwei Seiten. Mit Rechtsanwalt drei." (Klaus Klages)

Wer schon ein bisschen Ahnung vom Jusstudium hat, der weiß, es ist alles andere als leicht. Es ist keine bloße Auswendiglernerei von Paragraphen (wenn es das bloß wäre!). Nein. Man darf das Gesetzbuch eh bei sich haben, also wieso sollten sie genau die Paragraphen abprüfen?! Es geht um die richtige Anwendung der Paragraphen auf einen realen Geschehensablauf, oder im juristischen: Die Subsumtion eines Tatbestandes auf einen Sachverhalt. Man muss die Theorie beherrschen, um dann das Wissen auf Fälle anwenden zu können. Und das dauert!

Man muss auch bereit sein, viele, viele Stunde in eine Prüfung zu investieren. Ich habe wohl immer 4 bis 5 Wochen vor einer Prüfung intensiv lernen angefangen, sprich von 0900-1800 auf der Uni sitzen, von Montag bis Sonntag. Irgendwann wurde dann aus 1800 eben 1900/2000 und meistens die letzten zwei Wochen blieb ich meist bis 2200 und lernte auch mal dann zu Hause weiter. Nein, es ist nicht leicht. Ja, man bekommt wenig schlaf. 
Aber es geht. Man sucht sich Freunde, die eben auch lernen. Ich glaube, ohne meine Lerngruppe (und wir lernten selten das selbe) hätte ich das letzte Jahr net gepackt. Aber es hilft ungeheuer, wenn man weiß, dass auch andere "hackeln" müssen.

Das Jusstudium ist auch, machen wir uns nichts vor, teuer. Die Bücher kosten immer zwischen 30€ und 50€ und pro Fach braucht man meisten drei bis fünf, dazu kommt noch ein aktueller Kodex, der meist um die 25€ kostet (wobei der für Verwaltungsrecht 60€ kostet!). Natürlich kann man die Bücherbörse nutzen, wo man gebrauchte Bücher kaufen oder verkaufen kann. Oder man borgt sich Bücher aus, wobei die sehr schnell vergriffen sind (oder nach der Prüfung erst wieder da sind so wie bei mir mit Strafrecht). 
Wo wir gerade bei den Büchern sind: Es ist eine Lüge, dass die nicht verständlich sind. Ich habe bis zum 3. Semester wirklich in den Büchern nach Sätzen gesucht, die für einen Normalen nicht verständlich sind,- und sie nicht gefunden. Die Bücher werden meistens wirklich in simplen Deutsch geschrieben. Natürlich kommen mal Wörter vor, die man als Normalsterblicher nicht kennt (culpa in contrahendo, Privatwirtschaftsverwaltung, dolus directus) ABER diese werden am Anfang des Kapitels, wo sie eben erwähnt werden, erklärt. Es ist also keine Kunst, die Bücher zu verstehen!

Was mich persönlich immer sehr gestört hat war, dass Jusstudenten in der Gesellschaft keinen guten Ruf genießen. Immer, wenn ich gefragt wurde, was ich denn studiere und antwortete, war meistens die gleiche Reaktion da - ein abschätziger Blick mit einem eher fiesen Kommentar. "Ihr nehmt ja die Leute nur aus!" "Rechtsverdreher!" etc.  Ich habe mal gelesen, jeder hasst Juristen, aber jedes Elternteil will auch, dass die Kinder Juristen werden. 
Und am schlimmsten sind Leute mit Halbwissen, die andere Juristen niedermachen, weil sie zB Rechtsanwalt sind ("Jeder Jurist will ja Richter werden!" ääääh, nein?!) oder weil sie sich einen Rechtsanwalt nehmen bei einem Gerichtsverfahren. Wissts ihr was? Wenn ich ehrlich bin, ich habe keine Ahnung über Sachenrecht. Und wenn ich mal ein Problem habe mit Sachenrecht, dann nehme ich mir auch einen Anwalt (bzw muss ich sogar, wenn ich vor einem bestimmten Gericht bin, siehe Anwaltszwang!). Aber wisst ihr auch was? Dafür kenne ich mich gut im Steuerrecht aus, auch bei Verfassungsrecht und Verwaltungsrecht zähle ich eher zu denen, die einen Durchblick haben. Ich muss mich nicht überall auskennen, kann ich auch nicht. Denn es gibt so viele Rechtsgebiete, ich habe mich dort auszukennen, wo ich mich spezialisieren will! ;)

Jus ist ein schwieriges Studium, keine Frage. Aber, ihr habt damit gute Jobchancen (wenn ihr euch schon im Studium spezialisiert!). Aber, es muss euch Spaß machen. Und das Gefühl, wenn man dann endlich (endlich!) mag.iur. ist, ist einfach mega genialst. 

Edit: Ich muss leider meine Behauptung, man habe gute Jobchancen mit Spezialisierung revidieren. Auf Instagram wurde mir von einer Leserin berichtet, dass es in ihrem Fall nicht so ist. Die Jobsituation ist in Österreich zur Zeit katastrophal, das zeigt auch die hohe Arbeitslosigkeit. Ich habe diese Behautpung in Bezug auf mich selber aufgestellt, da ich selber keine Probleme hatte und muss sie zurück nehmen. Ich wünsche der Leserin und allen anderen nur das Beste auf der Suche nach Arbeit!

Freitag, 26. August 2016

Outfit: Blue Skorts & White Shirt

So, wer erinnert sich noch an DIE Zara-Skorts? Die im Sommer 2013 so circa jeder hatte, oder zumindest ein Fake eines China-Shops. Die war so was wie eines DER Items des Sommers und ich war nicht die Einzige, die sie besaß. Irgendwie war das aber so ein One-Hit-Wonder, denn im Sommer 2014 sah man sie gar net. Und im Sommer 2016 sieht man eh mehr 90er Mode (fürs Protokoll: Ich habe die 90er erlebt. Ich brauche keine 90er Mode im Jahre 2016!).

Da dann aber die Kleiderwahl beschränkt ist, wenn man sich weigert, Karottenhosen, grauehafte Spaghettiträgertops, die bauchfrei sind und Rucksäche zu tragen (ich habe das in den 90ern gemacht, ich wiederhole meine Fehler nur ungern!) ist die Kleiderwahl beschränkt. Mir kommts echt so vor, als ob für Frauen wie mich, die eben nicht nur Business Mode shoppen wollen, kaum Auswahl gibt. 

Kaum heißt aber nicht keine. Diese Skorts habe ich bei Zara gefunden. Ja, Skorts. Denn unter dem Rock ist eine Shorts drin. Praktisch für Menschen wie mich, die tollpatschig sind ;)
Und das Top (nein, der Verschluss geht normal zu, ich habe es einfach vergessen zu richten!) ist halt so ein typisches Sommer Boho Top, das es immer gibt. Zum Glück! 
Ansonsten habe ich das Outfit in hellen Farben gehalten, perfekt für eine Sommerausflug nach Bled.

Aber zurück zur 90er Mode. Ich weiß nicht, was die halbe Modewelt plötzlich hat. Aber ich selber habe die 90er erlebt und glaubt mir, ich war mehr als froh, als diese Mode zu Ende war. Ich finde es unpassend, wenn Frauen jenseits der 19 (ehrlich, mit 19 Bauchfrei zu laufen geht, aber mit 28?!) mit einem Spaghetti Träger Top rumlaufen, das bauchfrei ist. Am Strand oder See? Gerne. Aber in der Stadt? Bitte Leute, ich bin da einmal nicht liberal sondern Spießer und sage, irgendwo hat alles seine Grenzen. Das gleiche gilt für Rucksäche. Na gut, nicht alle. Mit diesen Herschel habe ich mich angefreundet. Aber mal ehrlich, wieso trage ich einen Mini-Rucksack? 

Und das ich gar nicht von diesen grauenhaften Boxer Braids anfangen, auch Piggy Tails genannt. Schon als Kind hatte ich eine grundsätzlich Abneigung gegenüber allem, was nach Schweinchen klang. Aber es kann echt vielleicht daran liegen, dass ich ein Spießer bin. Ich meine, es is ja nix schlimmes daran. Spießermode wird bald eh wieder modern sein. Slacks, auch einfach nur simple Stoffhosen genannt, waren es ja diesen Sommer schon. Und Loafer sind auch modern. Ja, vielleicht kommt bald wieder der Durchbruch der Spießermode. Aber wer weiß, dann rege ich mich glatt darüber auf, dass alle mit einer Bluse, zugeknöpft bis zu den Ohren rumlaufen und den Blusenkragen stärken ;)
 Shirt - C&A ( ähnliche hier bei Bonprix)
Skorts - Zara (ähnliche hier bei Zalando)
 Tasche - DKNY
Uhr* - Daniel Wellington 
Schuhe - espadrij (die gleichen hier bei Zalando)
Brille - Ray Ban  (die gleiche (und im SALE!!!) hier bei Zalando)

Sonntag, 14. August 2016

Off-Shoulder Dress & Pom Pom Sandalen

Wer mir auf Facebook folgt, der hat den Grund für die Abstinenz mitbekommen. Ich habe (endlich) dieses Jahr mein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien abgeschlossen und hatte aufgrund des Stresses (3 große Prüfungen und Arbeit als Studienassistentin an der Universität) recht wenig Zeit.
Ich möchte jetzt aber wieder in eine Routine reinkommen. Es wird also wieder einige Outfits und einige Rezepte geben. Und ein spezieller Post zum Thema "Jus" kommt auch noch. Also seid gespannt ;)

Der Sommer meint es dieses Jahr ja wieder einmal total gut mit uns: auf zwei Tage Regen folgt ein Tag Sonnenscheind. Das ist schon gnädig, wenn man bedenkt, dass es auch drei oder vier Tage Regen sein könnten ;)
Nichtsdestotrotz habe ich mein schönes Off-Shoulder Kleid (das hatte ich gefühlte dreimal an, seit ich es besitze, blödes Wetter!) getragen. Na gut, die meiste Zeit hatte ich dann doch noch meinen coolen Hippie-Cardigan über, aber es kommt ja auf den guten Willen an ;)
Da ich am Dienstag auch meine neuen Sandalen von asos bekommen habe, mussten die natürlich auch mit. Ich habe ewig lange nach solchen gesucht und wollte sie eigentlich "live" kaufen aber nicht bestellen. Aber ich habe wirklich nirgends welche gefunden, also landeten Pom-Pom-Sandalen eben in meinem Warenkorb. Verena von Who is mocca? hat übrigens einen tollen Guide zu diesen tollen Sandalen gemacht, den könnt ihr hier finden.

Da die Sandalen doch recht auffällig sind, habe ich mich dazu entschieden, nichts mehr außergewöhnliches dazu zu tragen. Ich bin ja nicht gerade die, die zehn auffällige Teile auf einmal trägt. Bin ich schon von der Persönlichkeit her nicht und wegen der Arbeit wäre das ja auch unpassend. Aber so kombiniert passt es und wäre auch uni-tauglich ;)
 Kleid - Pimkie
Jacke*- Ernsting's Family
Tasche - Michael Kors
Armband- Tom Shot
Sonnenbrille - Ray Ban
Sandalen - Asos